Wer sagt denn eigentlich, dass

nur rechte Maschen stricken langweilig ist?

Ein beendetes Langzeitprojekt. Fast ein Jahr habe ich daran gestrickt. Immer mal wieder. Die Langwierigkeit hatte aber nichts mit Langweiligkeit zu tun.

Rhombenkissen

Einhundertachtundzwanzig Quadrate, clever konstruiert, ergeben die Rhombenform. Klassisches Sockengarn und Farbklecks-Resteverwertung auf dünnen Nadeln.

Da ruht es nun, auf dem mattgrau lackiertem Holzstuhl. Mehr Deko als Kuschelkissen.
Pyramid Pillow

Und nebenbei: Immer wieder geschmöckert in einem der anregensten, farbstärksten und lehrreichsten Strickbücher.

Pyramid Pillow

Pattern: Pyramid Pillow from knit to be square by Vivian Høxbro
Yarn: Sock Yarn
Needles: 3,5 mm

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Das ist ja zum aus der Haut fahren

dachte der Bratapfel. Ließ noch ein wenig Dampf ab…und wurde verspeist.
Das Schicksal eines Bratapfels.

Zum Aufwärmen nach einem Hockey-Punktspiel meiner Tochter in einer für Zuschauer etwas frostigen Sporthalle.
Mitgefiebert, Daumen gedrückt, gejubelt, Haare gerauft, weggeguckt, am Ende ein knappes 4:3. Glückwunsch, Mädels!

Bratapfel farbe

Wieder zuhause angekommen:

Den Ofen schon mal auf 200° C vorheizen.

Von 4 sauren Äpfeln (hier Boskop)
den Deckel abschneiden, mit dem Kernausstecher aushöhlen und die Außenwände leicht einschneiden.

4 TL Hagebuttenmarmelade
in die Äpfel füllen.

100 g Marzipanrohmasse, 40 g Haselnüsse und 2 EL Orangensaft
miteinander vermischen und die Äpfel damit füllen.

Ein paar Flöckchen Butter auf die Füllung setzen und mit Mandelblättchen bestreuen.

Die Äpfel in eine Auflaufform setzen und ein wenig Orangensaft in die Form geben.

20 bis 25 Minuten backen, bis die Mandelblättchen leicht gebräunt sind.

Mit Granatapfelkernen dekorieren und den Bratapfel heiß servieren.

Dazu: üblicherweise Vanillesoße oder Vanilleeis.
Da beides nicht vorhanden war, habe ich griechischen Joghurt mit Ahornsirup vermischt. Ging auch.

Mit ein wenig Glanz

Ich liebe Cabanjacken. Schon mein halbes Leben lang. Davon habe ich zwei. Eine Jacke und einen Kurzmantel. In dunkelstem Dunkelblau.

Nach unangestrengter Suche das passende Accessoire gefunden. Pünktlich zu den pustigen Herbststürmen.

sparkle

Feine Garne zu robustem Wollstoff. Dezenter Glanz und Mustermix zu Nüchternheit.

Zurückgehalten schimmert das dünne Lacegarn feinfädig gemeinsam mit dem hellen Alpacagarn neben dem tiefen Dunkelblau.

So schimmernd wie eine vom Mondschein angeleuchtete, blank polierte Eisfläche.

muetze

Pattern:Lana Grossa design special, Design: Lala Berlin
Yarns: Alta Moda Cashmere by Lana Grossa, col. 06
Alta Moda Alpaca by Lana Grossa, col. 14
Lace Lux by Lana Grossa, col. 09
Needles: 7mm & 8 mm

Spicy & Sweet

Ich bin keine Anhängerin von Brandteig, Spritzbeutel oder mächtiger Torten. Aber ein Schokoladenkuchen geht immer.

Für die Tochter und ihre Freundinnen als kleine Versüßung während der Präsentationsvorbereitung.
Für mich zum Naschen am Sonntagnachmmittag bei aufkommendem Regen und mildem Herbstwind.

-Würziger Schokoladenkuchen-

Nach diesem Rezept.
Die Datteln durch vorgekochte Maronen ersetzt. Zusätzlich zu Zimt und Nelken noch etwas Kardamom hinzugefügt. Als Deko vergnügen sich gehobelte Mandeln und geraspelte Schokolade.

Dazu: halb aufgeschlagene Sahne mit gemahlener Bourbon-Vanille.

Den Mädels hat geschmeckt. Mir auch. Alles aufgefuttert.

Gemischtes

Gekocht: Rote Beete. Ein altes Gemüse, dass ich zum ersten Mal verkocht habe.

Rote Beete_

Die einfach zu bereitende Suppe stammt von hier, allerdings mit zwei kleinen Veränderungen:

Lediglich halbierte Haselnusskerne sind mir zu bissfest. Ich habe sie gehackt. Deko und Augenschmaus hin- oder her.

Salbei sorgt bei uns am Tisch für lange Mienen. Aus diesem Grund habe ich ihn weggelassen und durch die klein geschnittenen Blätter der Roten Beete ersetzt. War auch schmackhaft und dekorativ.

Rote Beetesuppe_

Gelesen: Die Toten, die niemand vermisst von M. Hjorth und H. Rosenfeldt, die ich demnächst live auf dem Hamburger Krimifestival höre.

Gereist: Die mehrstündige Zugfahrt Richting Norden, durch eine Landschaft, die noch nie hoch hinaus wollte.
Über den in der Sonne glitzernden, windstill wie frisch gebügelt daliegenden Fehmarnsund, immer weiter hoch nach Kopenhagen.

billedleg

Die Sehenswürdigkeiten lasse ich links liegen. Die kenne ich schon aus früheren Besuchen. Schwelge stundenlang zwischen skandinavischer Keramik-, Porzellan- und Glasbläserkunst: Bei den großen wie Illums Bolighus und Royal Copenhagen und den vielen kleinen, aber feinen und kreativen, rechts und links von Strøget und Amagertorv.

helbak

Geschrottet: Den Geschirrspüler. Nach zweimaliger Überflutung der Küche und final für einen Stromausfall sorgend.

Gesehen: Der Geschmack von Apfelkernen. Und Zwei Leben, mit einer meiner Lieblings-Schauspielerinnen Liv Ullmann.

Gestartet: Eine dicke Mütze aus dunkelblauestem Merino-Cashmeregarn und wollweißem Merino-Alpaka-Garn, mit jeweils einem Faden Glanz.

lala muetze

Ein Woll-Farb-und Mustermix, bei dem sich auch die Innenseite sehen lässt.

muetze

Gestrickt: Frontac, noch ohne Bild und Worte, aber demnächst.

Nur gucken, nicht rühren!

Ich liebe Pflaumenmus, habe mich aber bisher noch nie daran getraut, diesen selber zu machen. Meiner Meinung nach ist das zu aufwendig.

Meine Meinung habe ich geändert, nachdem mir ein Arbeitskollege sein Rezept für Pflaumenmus verraten hat.

Pflaumen

Pflaumenmus nach der Topfmethode:
süßer Brotaufstrich, zu/auf Käse, oder zum Naschen direkt aus dem Glas

2,5 kg Pflaumen
1 Zimtstange
3 Nelken
2 Zitronen
1 kg braunen Zucker
15 g 5:1 Gelierfix (Reformhaus)

Pflaumen entkernen und in einen großen, hohen Topf geben. Zimtstange, Nelken und den Saft zweier ausgepresster Zitronen dazu geben. Gelierfix und brauen Zucker gut mit den übrigen Zutaten im Topf mischen.

Die Pflaumen im Topf über Nacht Saft ziehen lassen.

Am nächsten Tag dann zwei Stunden bei kleiner Hitze köcheln lassen.

Währenddessen: Nur gucken, nicht rühren!

Zimtstange entfernen.

Dann die Pflaumen pürieren bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist und in vorbereitete Gläser füllen.

Pflaumenmus

Soweit die Theorie nun zur Praxis:

Es ist tatsächlich genauso simpel wie es sich anhört. Meine „Hauptsorge“, dass die Pflaumen nicht genug Saft haben, um zwei Stunden (!!) ohne weitere Flüssigkeitszugabe wohlig umgeben köcheln können ohne anzubrennen, war bereits nach drei Stunden Saft ziehen, unbegründet. Da musste ich mal neugierig den Deckel lupfen und nach dem Rechten schauen. Die Pflaumen badeten nahezu.

Aus welchem Grund man nicht rühren soll, weiß ich nicht. Es soll aber wichtig sein.

Deckel aufrüschen

Um unschöne Deckel, die noch die Produktangaben voraus gegangener Inhalte deklarieren, aufzurüschen, schneide ich Kreise z.B. aus den für günstiges Geld an der Kasse großer Drogeriemärkte erhältlichen Polyestertaschen.
Einfach die Seitennähte aufschneiden, die Ex-Tasche glatt hinlegen, Schüsseln, Gläser, Tassen usw. als Formgeber verwenden und die gewünschte Größe zuschneiden. Auf den Schraubdeckel legen, mit Tüdelband umwickeln. Fertig!

Deckelparade

Und heute gehe ich nicht vor die Tür

Nach drei proppevollen Wochen freue ich mich schon seit Tagen auf heute. Die Beine baumeln lassen und ganz viel Zeit.

Zeit für eine langes Frühstück. Das Handy liegt missachtet auf dem Grund meiner Mary-Poppins-Tasche und da bleibt es auch bis morgen früh.

In meiner Lieblingszeitung, Die Zeit, gelesen. Die gönne ich mir als Printausgabe, da bin ich old-school.

In den neuen Materialien des Lieblings-VHS-Kurses versunken, der nach einer gefühlten Ewigkeit Sommerpause wieder begonnen hat und mir so viel Freude bereitet.

An den Blumenblättern gezupft, vom Bett aus in den grauen Himmel geguckt, der mich aber genauso wenig stört wie der seit gestern Mittag immer wieder einsetzende Regen. Mir ist gemütlich.

beginning

Gestrickt habe ich auch schon: Aufgestanden, einen großen Kaffee gekocht, und los gestrickt. Noch vor dem Frühstück.

Ein neues Projekt. Auf den Wunsch meiner Tochter für meine Tochter.

In mittelgrau, auf dicken Nadeln.

Rechte und linke Maschen, Zöpfe, verschränkte und übergehobene Maschen, Gerstenkornmuster. In jeder Reihe schön viel Abwechslung, damit es nicht langweilig wird. Und immer mittendrin:
Die Zopfmusternadel.

Siesta gehalten. Was ein Luxus.

Beim Durchschmökern der Bücherwand hängen geblieben an dem kleinen, aber feinen Gedichtband „Am Meer“. In einem Zug durchgelesen.

Den Zuschnitt eines neuen Kleides auf nächste Woche verschoben.

Am Abend Spaghetti mit Kürbisspalten, Chiliflocken und Pancetta gekocht. Den Speck habe ich gegen Garnelen ausgetauscht.

Was ein entspannter Tag!