Verflixt und zugenäht: Empire-Kleid

Der Wunsch das Empire-Kleid endlich zu nähen bestand schon länger. Meine Ferienwoche im März bot die beste Gelegenheit, dass ich mich in Ruhe mit dem Schnitt und mit meiner mangels Beschäftigung etwas eingestaubten Nähmaschine auseinander setzten konnte.

Bevor ich ein neues Projekt starte lese ich mir die Anleitung einmal von vorne bis hinten durch, egal ob Strick-, Näh- oder Anleitungen zum Aufbau von Möbeln. Dass sich dabei in meinem Kopf Fragezeichen bilden, weil ich nicht jeden Schritt sofort durchschaue oder mir die Vorstellungskraft fehlt, kommt vor. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich viele Fragen klären, wenn ich einfach anfange. Vieles ist dann selbsterklärend, wenn ich an den fraglichen Punkten ankomme.

Empire-Kleid

Dieses Mal war es ein wenig anders. Die ersten beiden Anleitungsschritte waren gut beschrieben und schnell abgearbeitet. Ab Punkt drei war ich entweder intellektuell überfordert oder die Anleitung war schlichtweg grottenschlecht.
Ich bin sicherlich zur Zeit nur noch eine Gelegenheitsnäherin, habe aber viele Jahre durchaus Tragbares für Leo genäht, als diese noch Selbstgenähtes angezogen hat. Selbst durch Anleitungen auf Niederländisch habe ich mich durchgearbeitet, wenn ich den Text und die erklärenden Bilder nur lang genug angestarrt habe. Natürlich bin ich auch durch perfekte Anleitungen von Design.Club.dk und dem „Gathered“ ein wenig verwöhnt. Da ist alles stimmig bis zur letzten Masche. Bei einem Schnittmuster wie dem Empire-Kleid, das 16 Euro (!!!!) kostet, für einen Schnitt wohlgemerkt, darf ich wohl auch an die Anleitung einen gewissen Anspruch haben.

Empire-Kleid

Ich war kurz davor Schnitt und Stoff wieder in genau der Schublade zu versenken, aus der ich beides gerade erst hervorgeholt hatte. Aber ich wollte dieses Kleid! Auf jeden Fall! Es war eine reine Trotzreaktion nicht den Stoff, sondern die Anleitung an die Seite zu legen und nach meiner eigenen Logik weiter zu nähen.
Es folgte ein Hin- und Hergeschiebe, ein sich wiederholendes An- und Abstecken und Anhalten der einzelnen Schnittteile, kombiniert mit einem röntgenartigen Blick auf das Foto in der Hoffnung auf Eingebung. In Miniaturschritten ging es voran. Aber nach jedem kleinen Erfolgserlebnis fing der Spaß am Nähen wieder an zu überwiegen.

Nun ja, mittlerweile ist es ja vollbracht. Ich kann mich wieder beruhigen. Mit dem Ergebnis bin ich auch zufrieden. Das fertige Kleid sitzt gut und ist aufgrund des dehnbahren Pannesamt auch bequem.

Empire-Kleid
Pattern: Empire-Kleid by www.patterncompany.eu